Oberlausitzer Mundart - Oberlausitzer Bauerngarten Jonsdorf

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De Oybsche Bimmelboahne
hochdeutsch

1.Heut will de Tante Linna kumm,
die is, ‘s is baal zun Lachn,
noa ne irscht a Oybin gewast,
doas warrn mer heut glei machen.
Und weil se ne gutt loofm koan,
do foahrn mer mit dr Bimmlboahn.

R.: Bimml, bimml, bimml, bim!
War ne roast, der schutt ne im !

2. Kaum hoatt’ch de Boahne furtgemacht,
schunn bleibt se wieder sitzn,
itz sein mer ieber’n „Haltepunkt“,
nu warrn mer aber flitzn.
Bann Schißhaus wird’s Gedränge gruß,
a Vurstoadt is dr Teifl lus!

3.Derno uf Boahnhof Bartsdurf nuff.
ihr Leute, halft oack schirgn,
doaas schoafft’s an ganzn Labm ne,
do wird’s wull droaa derwirgn!
Nu nee! War aus dr Lausitz is,
dar zwingt o’s grißte Hindernis.

4.Nu kimmt noa’s Oybsche Niederdurf,
derno die Teiflsmihle.
Itz sein mer do, verliert oack ne
die Tante an Gewihle.
Und doaaß ne, wenn’r uff’m Oybin seid,
dr Kuche noa an Zuge leit!

5.Oalls kroabblt nu wie Omsn glei
an Buhsch und a de Barge.
Dr aale Oybin schmuzlt schunn:
„Nu kummt oack har, ihr Zwarge!“
Und’s Boahnl, satt’ch oack oaa, wie’s lacht.
Nimm oack schinn Dank, hoast’s gutt gemacht !


Text und Vertonung: Kurt Piehler

Quirl-Lied

1. Der Nachbar heißt : N u b b e r,
ein Kuß ist : a S c h m o a t z,
der Kottmar heißt : K u p p e r
und Lärm ist : R o a b o a t z .

Die Zwiebel heißt : Z w i b b l,
gescheit heißt : g e s c h o i t,
ein Töpfen: a T i p p l
und Trauung heißt: T r ä u t.

R.: Doaas Quirln und das Rulln
is baleibe ne schlimm,
mer welkern die Zunge
mol rim und mol nim !

2. Ein Brett ist: a B r a t l,
ein Schlag ist: a T r a f,
ein Pfeifchen: a S c h n a t l,
ein Weibstück: a R a a f.

Verkehrt rum heißt : ä r s ch l i c h,
ein Schaf ist : a S c h e p p s,
der Haarschopf : d r B ä r s c h l c h,
ein Nichtsnutz : a P l e p p s.

3. Der Maurer heßt : M ä u er,
ein Vagabund : S c h l u t t c h,
der Brauer heißt . B r ä u e r,
und toll, das heißt : t u t t c h.

Die Lunge heißt : P l a u z e,
so war es : s u w o a r s c h,
die Ohrfeige : F a u z e
und Arsch, das bleibt : O a r s ch !


Text: Hans Klecker

De schinn Obde            hochdeutsch

Itz sein de Lindn wieder griene,
an Kurne sein schunn Ährn droaa.
Nu warrn de Obde wieder schiene,
dr Summer kimmt mit sachtn roaa.

Mir kinn gemittlch boarbsch a’n Loaatschn
zun Obde ver dr Tiere stihn
und haußn noa a brinkl plaatschn,
eh mer as Naast zurande gihn.

De Beeme blihn ieber und ieber,
oack wie’s an Gaartl richn tutt.
Und „quak, quak“ kimmts vern Teiche riebe.
Nee, su a Obd tutt urndlich gutt.

Ja, wenn’s oack immer su tät bleibm,
an liebstn gäng ees goar ne rei.
Oach Gutt, de Wuchn, die warrn’ch treibm,
und de schinn Obde sein verbei.

H e r m a n n K l i p p e l

A Häusl muß a Gaartl hoann !   hochdeutsch

A Häusl muß a Gaartl hoann
a Gaartl und ann Zaum.
A Häusl, woaas kee Gaartl hoot,
doas sällt ees goar ne baun.

Wenn´ch wu amol a Häusl sah,
und ´s is kee Gaartl drim,
do gih´ch verächtlch droaa verbei
und sah miech ne mih im.

A Häusl, woaas kee Gaartl hoot,
und wär´sch o noa su schien´,
sitt aus wie a Zigeinerwoin,
oas wällt´s uff Reesn gihn.
Ne, lußt´s oack sein, ne baut oack ne,
wenn´s ne zum Gaart langt.
A Häusl, woaas ke Gaartl hoot,
mächt´ch ne amol geschankt.

Doas heeßt, ihb´ch miech derschissn ließ,
und weil´ch noa goar kees hoa,
tät´ch mer´sch – koann sein- noa ieberlähn
und nähm´s amende oaa.

Denn wenn ees su a Häusl krigt,
do brauch ees kees zu baun.
A Gaartl, doas is baal´gemacht,
a Gaartl und a Zaum.
Und hinne muß a Rusnstook
und missn Blieml stihn.
A Häusl und a Gaartl drim-
ihr Leut, is goar zu schien´!

Paul Reime (Zittau)

23.04.2017
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