Geschichtliches - Oberlausitzer Bauerngarten Jonsdorf

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Jonsdorfer Kirschen für den sächsischen König

Freunde erzählten mir, dass es einstmals in Jonsdorf Kirschen gegeben hat, die erst kurz vor dem Frost geerntet wurden. Aufgrund dieser Besonderheit wurden diese Kirschen zum sächsischen König geschickt und bei Hofe sehr bewundert und gelobt.
Ich fand, diese Geschichte interessant und wollte noch Näheres dazu erfahren. So habe ich viele Bekannte und Freunde darauf angesprochen, und einige konnten mir auch tatsächlich Informationen zu den Jonsdorfer Kirschen geben.
Danach soll im 18. Jahrhundert ein Herr Gottfried Weber in Neu-Johnsdorf (Nähe der jetzigen Pension und Gaststätte „Bergfreund“) ein großes Gelände besessen haben, auf dem er eine Baumschule mit 5500 Bäumen anlegte. Die Bäume verkaufte er nicht nur in Deutschland. Es sollen ganze Wagenladungen nach Warschau geliefert worden sein. Er verstand es, das Reifen der Kirschen bis Ende Oktober aufzuhalten.


Wildkirschen
„Dieser Gottfried Weber unterfing sich sowohl 1768. den 19. October. als auch 1769. den 18. October Sr.Churfürstl.Durchl. durch eine Quantität der schönsten schwarzen Amorellenkirschen auf Dero Tafeln zu liefern; welches von Sr. Churfürstl. Durchl. allergnädigst aufgenommen, und zu so einer ungewöhnlichen Zeit von sämtlichen Churfürstl.“
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Die Früchte sollen von ihm mit berittenen Sonderkurieren an den sächsischen Hof geliefert worden sein.
Dafür erfuhr er die Gnade 
“dass ihm Sr. Churfl. Durchl. zu Sachsen, unterm 31. Aug. 1769 eine Grafication von 20thll vor seinen besondern Fleiß ,... .durch die hohe Landeshauptmannschaft haben auszahlen lassen, danebst eine Medaille, einen Speciesthaler am Wert mit dem Brustbild Sr. Churfürstl. Durchlaucht und der Unterschrift auf der zweiten Seite: Zur Belohnung des Fleißes.“

Ergänzend muss dazu gesagt werden, dass auch die schattige, kühle Lage Jonsdorfs mit dazu beigetragen hat, dass die Kirschen erst so spät reiften.
Ich danke besonders den Herren Jörg Müller aus Jonsdorf und Ralf Frenzel aus Dresden, für die fachlichen Beiträge. Der größte Teil, insbesondere die vorstehenden Auszüge aus alten Überlieferungen, kann im „Monatlichen Eckardtischen Tagebuch“ von 1770 nachgelesen werden. Herr Eckardt stammte aus Herwigsdorf und hatte diese monatlichen Zeitungen regelmäßig heraus gegeben und sehr interessant gestaltet.
Es war mir eine große Freude in seinen Chroniken über wichtige Geschehnisse aus aller Welt, aber auch über unsere Gegend zu lesen.

Heiderose Haufe
23.04.2017
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